TV Ehingen - TSV Schmiden 1902 34:33 (21:15)

Baden-Württemberg Oberliga Männer, Staffel 1

Ehingen schlägt den Tabellenführer

(js) Eine vollbesetzte und stimmungsvolle Eugen-Schädler-Halle bot eine tolle Kulisse für ein packendes Handballspiel beider Mannschaften. Die Anhänger beider Fanlager sahen ein schnelles und temporeiches Spiel zweier Mannschaften, die bis zur Schlusssirene um jeden Zentimeter des Hallenbodens kämpften. Dabei boten die Gastgeber in den ersten 40 Spielminuten eine absolut klasse Leistung gegen den bislang souveränen Tabellenführer der Liga, dem TSV Schmiden 1902. Dennoch, die Vorzeichen waren alles andere als günstig, denn Lukasz Stodtko musste auf seine beiden etatmäßigen Torhüter Daniel Beck und Philipp Ciornei verzichten. Stefan Wiedenmaier und Armin Greiner wurden für diese Partie reaktiviert und aus der A-Jugend Lukas Ciornei, dem Lukasz Stodtko in seiner ersten Partie bei den Aktiven sein Vertrauen schenkte.

„Er macht super im Training mit und hat dort auch schon mehrfach sein Können bewiesen“, begründete er die Entscheidung, Lukas Ciornei sein Debüt zu ermöglichen. Und dieser rechtfertigte seinen Einsatz mit einer hervorragenden Partie. Vor allem mit seinen Paraden sorgte er dafür, dass der TV Ehingen nach der ersten Viertelstunde dem Spitzenreiter nicht nur Paroli bieten, sondern auch den Vorsprung kontinuierlich ausbauen konnte. Die Anfangsphase war ausgeglichen. Die Führungen wechselten ständig. Schmiden sorgte mit schnellen Wechseln vor der Ehinger Abwehr für viel Druck und erst nach knapp 15 Minuten hatte sich die Ehinger Defensive so richtig darauf eingestellt. So wurde dann aus einem 10: (15. Min.) ein 13:8 (19. Min.) und Schmidens Trainer Richard Babjak sah sich zur Auszeit gezwungen. Es folgte noch das 14:8 durch Florian Wangler und bis zur Halbzeitsirene konnte Ehingen diesen Vorsprung verteidigen. Mit einem direkten Freiwurf nach der Sirene gelang ihm dann das Tor zum Halbzeitstand von 21:15. „Wir hatten nie den Zugriff, den wir uns gewünscht hatten“, resümierte der Co-Trainer der „Schmiden Pumas“, Patrick Rothe. „Zu viele Fehler im Angriff und viele Abspielfehler waren der Grund dafür, dass sich Ehingen absetzen konnte“.
Damit, dass die „Schmiden Pumas“ mit einem anderen Gesicht aus der Kabine in die zweite Halbzeit gehen würden, hatten alle in der Eugen-Schädler-Halle gerechnet. Doch die ersten zehn Spielminuten gehörten wieder den Grün-Weißen aus Ehingen. Auf 28:18 wurde der Spielstand bis zur 42. Minute ausgebaut und es schien, dass Schmiden schon frühzeitig auf die Verliererstraße abbiegen würden. Als dann Lasse Siebel das 29:23 für Schmiden erzielte und Ehingen einen Angriff nicht abschließen konnte, sah der Gästetrainer die Chance, das Spiel wieder an sich zu reißen. Er nahm eine Auszeit und stellte die Abwehr um. „Wir wollten Ehingen mehr in die Zweikämpfe bringen“, so Patrick Rothe. Diese Maßnahme zeigte Wirkung. Insgesamt acht Minuten war Ehingen ohne Torerfolg und die Gäste kamen auf 29:26 heran (53. Min.). Es folgte eine Crunch-Time, die es in sich hatte. Jetzt stieg auch die Fehlerquote bei Ehingen an. Freistehende Würfe wurden vergeben, falsche Entscheidungen getroffen und es kam noch Pech durch Pfostentreffer dazu. Alles spielte nun den „Schmiden Pumas“ in die Karten, die in der 60. Minute den Anschluss zum 33:32 erzielen konnten. Lukasz Stodtko nahm die letzte Auszeit und versuchte seine Mannschaft auf die letzten 42 Sekunden einzustellen. Viel umjubelt war dann der Treffer von Niklas Duffner zum 34:32, der allerdings postwendend zum 34:33 gekontert wurde. Eine vergebene Chance von Ehingen, Sekunden vor der Schlusssirene hätte die Entscheidung bedeuten können, doch nun hatte nochmals Schmiden die Chance, zumindest den Ausgleich zu erzielen. Ein Abwurf des Gästekeepers, Ballgewinn von Ehingen und Auszeit von Schmiden. Es kam zu Irritationen und einer längeren Diskussionsphase mit dem Ergebnis, dass der TV Ehingen einen Siebenmeter zugesprochen bekam. Grund war letztendlich der, dass die Auszeit von Schmiden in Ballbesitz von Ehingen genommen wurde und dies dann eben mit Siebenmeter bestraft werden musste, weil Ehingen im Gegenzug der Angriff abgepfiffen wurde und die Chance genommen wurde, ein Tor zu erzielen. Es waren noch Sekunden zu spielen und der Siebenmeter wurde vergeben. Jetzt dann zwei Sekunden vor Ende die korrekte Auszeit von Schmiden, aber die Zeit war letztendlich zu kurz, um noch für eine Punkteteilung zu sorgen. Am Ende hatte Ehingen die Nase vorn und ging als glücklicher, aber auch als verdienter Sieger vom Feld. „Wir wussten, dass die Partie gegen den Spitzenreiter schwer werden würde. Schmiden verfügt über eine stabile Mannschaft mit vielen jungen Talenten“, sprach ein erleichterter Lukasz Stodtko. „Bis zur 40. Minute haben wir ein gutes Spiel gezeigt und daher auch verdient gewonnen.“ Sein Gegenüber bestätigte dies: „Gratulation an Ehingen. Der Sieg ging über die gesamte Spielzeit gesehen in Ordnung. Am Ende hätte es in beide Richtungen ausgehen können“. Mit diesem, nicht erwarteten, Sieg konnte sich der TV Ehingen zwei wichtige Punkte sichern und kann mit breiter Brust der nächsten Aufgabe gegen den TuS Schutterwald entgegensehen.

Für den TV Ehingen spielten: Stefan Wiedenmaier, Armin Greiner, Lukas Ciornei (Tor); Bastian Dannenmayer (3), Julian Kirschmann, Julian Küchler (6), Yannik Sauter (2), Niklas Duffner (4), Jonas Schmidt (8), Lino Oetken (3), Florian Armbrüster (1), Emanuel Tuchscherer, Florian Wangler (7/3), Alexander Hänsel.

Für den TSV Schmiden 1902 spielten: Joshua Scheiner, Jan Magnus Riegel (Tor), Lino Klein, Joey König (5), Lasse Siebel (2), Nick Traub (2), Timo Baur (5), Mika Funk, Robin Paul (4), Paul Feirabend (6/4), Eric Bühler (3), Konstantin Würmle, Marvin Züfle, Lasse Türk, Eric Geßwein, Tobias Pichler (6).

Verwarnungen: Lino Oetken, Alexander Hänsel (TV Ehingen), Robin Paul, Tobias Pichler, Patrick Rothe (TSV Schmiden 1902).

Zeitstrafen: Bastian Dannenmayer, Lino Oetken, Florian Wangler (TV Ehingen), Marvin Züfle, Tobias Pichler (2) (TSV Schmiden 1902).

SR: Dennis Bastian, Volkan Güler.

Spielfilm: 0:1, 3:1, 3:3, 4:3, 5:4, 5:6, 7:6, 7:7, 10:7, 10:8, 14:8, 15:9, 16:10, 17:11, 18:12, 19:13, 20:14, 21:15 (HZ).
21:16, 22:17, 26:17, 26:18, 28:18, 28:21, 29:21, 29:26, 30:26, 30:28, 31:29, 32:30, 30:30, 33:32, 34:32, 34:33.